Afrikanischer Rap

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Hip-Hop ist in Afrika aufgrund des starken Einflusses der USA bereits seit den frühen 1980er Jahren bekannt. Während frühe Produktionen noch stark US-beeinflusst waren, bildete sich schon früh in den verschiedenen Regionen Afrikas ein eigener Stil aus. Die Gruppen begannen einheimische Musiktraditionen aufzugreifen. Sie konnten dabei unter anderem auf die weit verbreitete Oral history in Afrika, den wichtigen Stellenwert gesprochener Sprache und auf Rezitationen im täglichen Umgang aufbauen. Im Vergleich zu den USA ist afrikanischer Hip-Hop meist wesentlich politischer und geht direkter auf soziale Probleme ein.

Besonders einflussreiche Stile sind Bongo Flava aus Tansania, Hiplife in Ghana und der senegalesische Senerap. In Dakar allein gibt es nach Schätzungen an die 2000 Hip-Hop-Crews. Auch der südafrikanische Kwaito gilt als von Hip-Hop beeinflusst.

Einzig das DJing ist kaum entwickelt, da das dazu nötige technische Equipment für die meisten Afrikaner wesentlich zu teuer ist. Direkte Verbindungen nach Europa und insbesondere zur französischen Szene sind wesentlich besser als in die USA.

Die erste bekannte Hip-Hop-Band war Black Noise aus Kapstadt, Südafrika, die als Graffiti- und Breakdance-Gruppe begann und um 1989 Musik machte. Früh international erfolgreich wurden die ebenfalls aus Südafrika stammenden Prophets Of Da City. Die südafrikanische Apartheidsregierung verbot Hip-Hop. Erst 1993 wurde die Musik legalisiert und durfte im Radio gespielt werden.

Um 1985 wurde Hip-Hop in Senegal bekannt, wo er vor allem durch MC Lida, MC Solaar und Positive Black Soul in französischer Sprache populär wurde. Sie vermischten den Hip-Hop mit der traditionellen Musik des Mbalax. Zu Beginn der 1990er verbreitete sich Hip-Hop dann über den gesamten afrikanischen Kontinent und regional entstanden sehr unterschiedliche Formen der Musik. Frühe Pioniere waren Reggie Rockstone aus Ghana, Tata Pound aus Mali oder Kalamashaka aus Kenia. Die sich seit den frühen 1990ern ausbreitenden privaten Radio- und Fernsehsender trugen maßgeblich zur Verbreitung des Hip-Hops bei. War es anfangs noch ein Phänomen der afrikanischen Großstadtjugend, breitete sich Hip-Hop bald über das Land aus. Dazu trug auch bei, dass die Bands begannen, afrikanische Musiktraditionen und Instrumente aufzugreifen und in ihre Tracks zu integrieren.

In den 1990ern wurde die notwendige technische Ausrüstung zumindest etwas erschwinglicher, so dass es für einzelne Musiker leichter war, sich selbst auszustatten. Das oft liberalere Klima in vielen Ländern Afrikas ermöglichte es eher, kritische Texte zu produzieren und öffentlich zu machen, als dies in der früheren afrikanischen Popmusik möglich war. Vor den Wahlen in Südafrika, Kenia oder Senegal waren Rapper einflussreiche Figuren im öffentlichen Diskurs.

Obwohl der Stil ursprünglich aus den USA stammt, hat insbesondere die französische Hip-Hop-Szene die Entwicklung und internationale Verbreitung der Musik gefördert. Ursprünglich aus Afrika stammende Künstler wie Manu Dibango und MC Solaar förderten afrikanische Rapper. Der französische Film La haine brachte afrikanischen Hip-Hop einem breiten Publikum nahe.


 Ägyptischer Hip-Hop

Ägyptischer Hip-Hop ist Hip-Hop Musik in Ägypten produziert und/oder in Ägyptisch-Arabisch oder und Englisch aufgeführt. Die Hauptkünstler des ägyptischen Hip-Hop sind MTM. Ägyptischer Hip-Hop richtet sich an das tägliche Leben junger Ägypter, Zukunftsängste, Beziehung mit Mädchen und Risiken der Drogenabhängigkeit. Es gibt noch eine zweite, eher im Untergrund gebliebene Hip-Hop-Band in Ägypten: Y-Crew. Da sie in ihren Texten sich selbst treu geblieben sind, werden sie von den Erwachsenen dort wegen des Ungehorsams gehasst, aber von der Jugend als eine Initiative angesehen.

Algerischer Hip-Hop

Algerischer Hip-Hop beinhaltet sowohl die ethnischen, in Frankreich lebenden Algerier (auch Teil des Französischen Hip-Hops), von denen eine Zahl berühmte Rapper wurden, als auch eine weniger bekannte algerische Szene. Das 1999 erschienene Compilation-Album Algerap half, einige Künstler in die internationale Hörerschaft einzuführen, so z.B. Intik und Double Kanon. Ebenfalls meist gut bekannt ist MBS.

Angolanischer Hip-Hop

Die afrikanische Nation Angola hat eine pulsierende Hip-Hop-Szene mit beliebten Gruppen wie SSP, die die einflussreichste Hip-Hop Gruppe im Land ist, und Army Squad, die außerhalb, in Kapstadt, Südafrika, gegründet wurde und begonnen hat, mit einigen südafrikanischen Hip-Hoppern zusammenzuarbeiten. Auch bekannt ist zum Beispiel Mutu Moxy.

Botsuanischer Hip-Hop

Botsuana hatte nie eine große Popmusikindustrie, da der Großteil seiner Popmusik aus Südafrika oder noch weiter weg stammte. Seit 1999 begannen in Botswana Hip-Hop-Künstler, an Akzeptanz im Mainstream zu gewinnen; das Plattenlabel Phat Boy tat viel, um botsuanischen Hip-Hop voranzutreiben. Bekannte Gruppen, Rapper und DJs aus Botsuana sind Peter Mathambo, P-Side Crew, Slim, Drastic und DJ Sid.

Ivorischer Hip-Hop


Hip-Hop ist ein bedeutender Teil der Popmusik der Elfenbeinküste und wurde mit vielen der landestypischen Stils vermischt, wie z. B. Zouglou. Ab zirka 1998 wurde der Hip-Hop ein Hauptbestandteil der ivorischen Musik. Einige Zeit später erwarb die Szene noch mehr Beliebtheit mit dem Aufstieg eines in der Öffentlichkeit sich befehdenden Duos zweier Bandleader: Stezo von Flotte Imperiale und Almighty von Ministère Authentik. Es gibt ebenfalls eine Art von Gangsta Rap beeinflussten Hip-Hop namens Rap Dogba. Andere bekannte Gruppen und MCs sind Baby Joe, Angelo & Les Dogbas, M.A.M., eine Kinder-Rapgruppe, MC Claver, Negromuffin, Parlement Supreme, eine der frühesten Gruppen im Land und R.A.S., eine Zouglou-Hip-Hop-Gruppe.

Kapverdischer Hip-Hop

Kapverdischer Hip-Hop beinhaltet eine Szene unter den Immigranten in den Niederlanden, wo sie ein bedeutender Teil der niederländischen Hip-Hop-Szene sind. Diese sind The Real Vibe, Cabo Funk Alliance und E-Life. Bekannte Künstler von der Insel sind Black Side, die eine Fusion aus Hip-Hop und antillischer Zouk-Musik nutzen, sowie Lod Escur.

Kongolesischer Hip-Hop


Die Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, Kinshasa, war lange Zeit eine bedeutende Heimat für panafrikanische Stile der Pop-Musik wie Rumba, Soukous und Kwassa Kwassa, bevor Hip-Hop aufkam. Künstler der Rapszene in Kinshasa sind Profetzion (früher Holockaust, später Les Guérisseurs), Fatima CIA und der Rapper Passi.
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